Gewässerökologie, -pflege, -renaturierung - BWK HRPS

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Gewässerökologie, -pflege, -renaturierung

Unsere Umweltthemen
Gewässerrenaturierung, Gewässerökologie
In der Vergangenheit wurden die Fließgewässer vorrangig unter Nutzungskriterien ausgebaut und begradigt, was verarmte, monotone und naturferne Gewässerläufe zur Folge hatte. Die Gewässerrenaturierung und die Wiederherstellung funktionierender Auen stellt heute ein wichtiges Aufgabengebiet der Wasserwirtschaft dar. Das Leitbild für die Gewässerstruktur beinhaltet ein vielfältiges und artenreiches Gewässer, das Raum für eine eigendynamische Entwicklung läßt und die lineare Durchgängigkeit gewährleistet.
Die Landschaft und das Landschaftsbild wird von funktionierenden Gewässersystemen positiv geprägt, der Erholungswert gesteigert. Auch für den Sauerstoffeintrag und die damit verbundene erhöhte Gewässerqualität sind naturnahe Strukturen wichtig. Und letztendlich wird auch der Hochwasserschutz durch mäandrierende Gewässerläufe unterstützt.
Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie gibt Zeiträume für die Wiederherstellung des guten ökologischen Zustands vor. Um diesen zu erreichen, sind noch viele Maßnahmen an den Gewässern zu planen und umzusetzen. Der Ingenieur benötigt dazu neben Grundlagen im Erdbau und in der Hydraulik auch weitreichende ökologische Kenntnisse. Hier kommt auch die Zusammenarbeit mit weiteren Disziplinen wie Biologen und Gewässerchemikern zum Tragen. Der BWK bietet hier gute Möglichkeiten, sich interdisziplinär auszutauschen.

Die Umsetzung der WRRL am Beispiel einiger Maßnahmen
Viele unserer Ingenieure und Naturwissenschaftler arbeiten daran in verschiedenen Projekten, Gewässerläufe wieder in in einen naturnahen Zustand zurück zu versetzten. Die Grundlage für den naturnahen Ausbau der Gewässer ist z.B. in den Bundesländern, die "Landeswassergesetze" in Verbindung mit dem Wasserhaushaltsgesetz, dass die Stadt/Gemeinde verpflichtet natürliche Gewässer, „die sich nicht in einem natürlichen oder naturnahen Zustand befinden…in einem angemessenen Zeitraum wieder in einen naturnahen Zustand zurückzuführen“. Auch muss das Maßnahmenprogramm der Länder zur Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) bis zum Jahr 2021 umgesetzt werden. Ziel der EG-WRRL ist die Erreichung bzw. der Erhalt eines guten Zustandes des Grundwassers und der oberirdischen Gewässer.

Wehre in den Bachläufen werden zurückgebaut oder es werden Umleitungsgerinne hergestellt, um den Fischen die Wanderschaft bachaufwärts zu ermöglichen.
Naturnahe Fließgewässer sind dynamische Lebensräume mit sich ständig ändernden Standortbedingungen. Steile Uferbereiche wechseln mit flachen, schnell fließende Abschnitte mit langsam fließenden. Die Breite des Bachbetts variiert ebenso wie die Gewässertiefe. An manchen Stellen lagert das Wasser Sedimente ab, um an anderen Stellen zu erodieren. Diese unterschiedlichen Bedingungen sind die Voraussetzung für eine artenreiche Lebewelt, die es gilt wieder herzustellen, dort wo es weitestgehend möglich und finanziell vertretbar ist.

Überfahrt des Umgehungsgerinnes beim Umbau des Höchster Wehres in Frankfurt.


Anschließende Gewässerpflege
Bei der Gewässerpflege sollte auf diese standörtliche Vielfalt Rücksicht genommen werden.

  • Wenn Ablagerungen nur an einigen Stellen  entfernt werden, bleiben Strukturen erhalten und die geräumten Bereiche  können leichter wiederbesiedelt werden.
  • Entkrautung sollten beschränkt werden, denn Wasserpflanzen strukturieren den Lebensraum. Sie bremsen die  Fließgeschwindigkeit und bieten der Tierwelt Nahrung und Deckung. Gerade in monotonen Kanälen sind Wasserpflanzen wertvolle Gewässerstrukturen.
    Muss aus Gründen der Hochwassersicherheit entkrautet werden, genügt es oft, nur eine Gewässerhälfte oder den Mittelstreifen zu mähen. Bei zu üppigem  Pflanzenwuchs helfen Ufergehölze, die durch Beschattung den Wuchs der  Wasserpflanzen reduzieren.
  • Naturnah gepflegte Entwässerungsgräben sind gerade in intensiv genutzten Landschaften wertvolle Lebensräume. Von Vorteil ist hier, einen Gewässerrandstreifen für den  Bach von landwirtschaftlicher Nutzung freizuhalten.
  • Wird das Aushubmaterial einige Tage am Grabenrand deponiert, wandern viele Tiere ins Gewässer zurück.

Unterhaltungsarbeiten oder auch naturnaher Ausbau in der Ortslage großer Städte ist nicht immer leicht, da an vielen Stellen die Bebauung oder die landwirtschaftliche genutzten Flächen bis zu den Ufer heranreichen. Die natürlichen Retentionsräume fehlen größtenteils. Dennoch ist es, in den letzten 25 Jahren gelungen, an einzelnen Stellen, wieder natürliche Verhältnisse in den Gewässern herzustellen.



Der Niddabogen als Bespiel einer naturnahen Gewässerspflege


Die Fotos von umgesetzten Projekten sind dem BWK freundlicherweise von der Stadtentwässerung Frankfurt (Sachgebiet Gewässer) zur Verfügung gestellt worden.
 
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